Vorsorgeangebote: soziale Faktoren
Vorbeugen ist besser als Heilen, heißt es im Volksmund. Manche sagen auch: ist besser als Bohren. In der Tat weisen unzählbare Studien darauf hin, dass regelmäßige Zahnvorsorgetermine einen starken förderlichen Effekt auf anhaltende Mundgesundheit haben. Schon früh können Fehlentwicklungen entdeckt und weitere ungünstige Situationen verhindert werden. Jedenfalls, wenn man die in unserem Land kostenlosen Vorsorgetermine auch wahrnimmt. Nicht nur in Deutschland gibt es aber eine Gruppe an Menschen und Familien, die solche Angebote nicht nutzt – weder sie selbst für ihre eigene Gesundheit noch Zahnvorsorge-Angebote für ihre Kinder. Britische Forscher haben sich genau diese Gruppe in sozial- und wirtschaftlich schwierigen Umständen genauer angeschaut, vor allem daraufhin, wann es beginnt, dass Vorsorgeangebote nicht angenommen werden, und wie sich dieses Verhalten entwickelt. Die Daten von rund 4000 Jugendlichen einerseits und jungen Erwachsenen andererseits zeigten die große Rolle frühzeitiger sozialer Benachteiligung und eine geringe Wertigkeit der Mundgesundheit. Die in der Studie untersuchten Jugendlichen nahmen in einem erheblichen Maße die (in diesem Alter auch in Großbritannien) kostenlosen Vorsorgetermine nicht wahr und nutzten auch im Erwachsenenalter die Vorsorgeangebote deutlich seltener als die Vergleichsgruppe. Die Rahmenbedingungen belegen, dass die Nicht-Inanspruchnahme nicht auf Kosten für die Untersuchungen zurückzuführen sind, sondern andere Lebensumstände als ausschlaggebend erachtet werden müssen.
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