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23.07.2026

Immunsystem: Lernen über den Mund

Kleine Kinder lieben es, sich nicht nur den Daumen in den Mund zu stecken, sondern alles, was irgendwie greifbar ist. Das allein ist schon eine Botschaft an die Eltern und anderen Erwachsenen: So etwas muss einen Sinn haben. In der Tat entwickelt sich das Immunsystem über solche oralen Erfahrungen weiter, zeigt eine neue Untersuchung einer Jerusalemer Wissenschaftler-Gruppe. Während sich nach der Geburt Schutz-Gewebe wie Schleimhäute oder andere biologische Barrieren entwickeln, erlebt das Immunsystem verschiedenste Kontakte und unterscheidet zunehmend, welche Keime oder Stoffe für den Körper riskant sind und welche weniger bis gar nicht. So ganz unerfahren kommt das Immunsystem aber nicht auf die Welt: Es bringt schon – sowohl über Muttermilch als auch über den „Mutterkuchen“, die Plazenta – die Erfahrungen mit, die das Immunsystem der Mutter gemacht hat. Kinder, die wenig oder gar nicht gestillt wurden, erhielten daher auch kaum Antikörper. Im Effekt hatten sie mehr Entzündungen im Mund, da die Regulierung der bakteriellen Belastung über das Immunsystem nicht ausreichte. Diese Neigung zu Entzündungen im Mund zeigte sich auch im Erwachsenenalter: Die Anfälligkeit für Zahnbettentzündungen (Parodontitis) und das Ausmaß an Kieferknochen-Verlust war bei diesen Erwachsenen höher als bei Vergleichsgruppen.



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