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09.07.2026

Mundkrebs-Diagnostik: Bürstenabstrich überholt?

Zwar nicht in jedem Fall „überholt“ ist der sogenannte Bürsten-Abstrich der Mundschleimhaut: Dabei wird Gewebe mitgenommen, das beispielsweise auf Krebsbelastung untersucht wird. Dieser „Klassiker“ der Mundgewebe-Untersuchung sei aber heute nicht mehr der Weg der Wahl: So hat es eine aktuell erneuerte wissenschaftliche US-amerikanische Leitlinie formuliert. Aussagekräftiger sei eine Biopsie, also die Entnahme eines winzigen Stückes Gewebe. Moderne und weiterentwickelte Technik ermögliche klarere Ergebnisse. Aber nicht nur um die Technik ging es dem Wissenschaftler-Team: Die Anamnese müsse intensiviert und regelmäßige die Mundgesundheitssituation bei Erwachsenen überprüft werden mit Blick auf Risikofaktoren wie Alkohol und verschiedene Formen des Rauchens. Dabei sollte auf der Mundschleimhaut und im Bereich unter der Zunge nachgeschaut werden, ob sich Gewebe verändert hat, desgleichen im Rachen, im Bereich der Lippen und ohnehin rund um den Mund, auch von außen. Dies sei unabdingbar, um frühzeitig unerwünschte Gewebeveränderungen zu erkennen und bei Bedarf behandeln zu können. Nicht sinnvoll sei der bisherige Bürsten-Abstrich auch insofern, als er nicht selten zu falsch-positiven Ergebnissen führte. Dennoch sei dieses Verfahren immer noch besser als gar keine Gewebe-Kontrolle, wenn Patienten eine Biopsie ablehnen oder diese aus verschiedenen Gründen nicht sinnvoll oder möglich ist. Insgesamt sei es nicht weiterführend, wenn keine Symptome erkennbar sind bei der erweiterten Anamnese, einen Abstrich oder eine Gewebe-Entnahme vorzunehmen. Hier müsse die Beobachtung intensiviert und dann spezifisch das weitere Vorgehen entschieden werden. Aktuell wird auch die deutsche Leitlinie zu diesem Aspekt der Oralmedizin derzeit aktualisiert und steht dann den Praxen zur Verfügung.



https://www.dginet.de/patientennews/mundkrebs-diagnostik-buerstenabstrich-ueberholt/