Vitamin D: Relevant bei Implantationen?
Es gibt unter den Zahnärzten manche, die nennen das Vitamin D auch „D wie Dental“: Grund dafür ist die Rolle dieses Vitamins für Gesundheit und Stabilität der Knochen, in diesem Fall der Kieferknochen. Dieser wiederum ist die Grundlage für eine gesunde Zahn-Stabilität. Zudem unterstützt dieses Vitamin die Muskeltätigkeit und die Aufgaben des Immunsystems. Natürlicherweise wird Vitamin D durch Sonnenlichtkontakt mit der Haut produziert. Hierzulande ist dieser Sonnenkontakt allerdings eher rar, jedenfalls zu rar für ausreichend natürliches Vit. D im Körper: Nach aktuellen Studien haben 15 Prozent der Deutschen einen regelrechten Mangel an diesem „Knochen-Vitamin“. Die Zahlen sind noch deutlicher, wenn man auf spezielle Altersklassen blickt: Wie die Helmholtz-Gemeinschaft vor zehn Jahren nach Auswertung einer groß angelegten Bevölkerungsstudie veröffentlichte, haben über 50 Prozent der Menschen über 65 Jahre zu wenig Vitamin D im Blut. Das ist eine Altersgruppe, die sehr häufig unter den Zahn-Implantat-Patienten zu finden ist. Die wissenschaftliche Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI) hat kürzlich gemeinsam mit der zahnärztlichen wissenschaftlichen Dachgesellschaft DGZMK eine neue Leitlinie zum Thema Vitamin D im Zusammenhang mit Dentalimplantaten veröffentlicht. Darin heißt es, dass potentielle Implantat-Patienten bei der Behandlungsplanung auch hinsichtlich ihres Vit.-D-Status individuell untersucht werden sollen – aber nur dann, wenn es einen Anhaltspunkt für einen Mangel gibt. Nicht jeder ältere Patient hat ein entsprechendes Defizit, ein routinemäßiges Screening ist daher nicht sachorientiert. Gut Auskunft über den Vitamin-Status gibt beispielsweise der Anamnese-Bogen, der auch Antworten zu Allgemeinerkrankungen enthält, die wiederum dem Behandlungsteam ein Signal geben, ob ein Vitaminmangel vorliegen könnte. Insbesondere bei Hochbetagten sieht die DGI deutlichen Bedarf nach Abklärung des Vitamin-D-Spiegels. Ein ausreichendes Vorhandensein ist günstig für eine erfolgreiche Implantation und Einheilung. Bei der Abklärung vor der Behandlung, ob der Patient über ausreichend Vitamin D im Blut verfügt, ist bei Bedarf auch die hausärztliche Praxis hinzuzuziehen. Die Fachgesellschaft sieht den Hype, dass sich viele Menschen selbst eine Nahrungsmittelergänzung mit Vit. D „verordnen“, als kritisch an und rät zu individueller Untersuchung und gegebenenfalls ärztlich abgestimmter Substitution.
https://www.dginet.de/patientennews/vitamin-d-relevant-bei-implantationen/