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18.06.2026

Implantate: Was tun bei Knochen-Stoffwechselstörung?

Es sind seltene Erkrankungen, das Multiple Myelom, auch bestimmte Osteoporosen, auch in den Knochen entwickelte Krebs-Metastasen – aber alle verbindet, dass sie erheblich in die Lebensqualität und nicht selten auch die Lebensdauer eingreifen und schwer zu behandeln sind. Was sie ebenfalls verbindet: Im Verlauf des Krankheitsgeschehens kommt es oft zu Knochen-Schäden und zu Auflösungserscheinungen des Hartgewebes. Um diesen Prozess zu stoppen, gibt es entsprechende Medikamente (bekannt sind beispielsweise: Bisphosphonate). Ihre Aufgabe: Die Zellen, die für den Knochenabbau verantwortlich sind, in ihrer Aktivität zu „bremsen“. Damit wird einerseits die Zerstörung des Knochengewebes reduziert, andererseits erheblich in den Knochenstoffwechsel eingegriffen. Manchmal reagiert er darauf mit dem Absterben von Knochengewebe („Nekrose“), zumal dann, wenn Stress im Mund herrscht – beispielsweise durch Gewebebelastungen bei drückendem Zahnersatz, durch Entzündungen im Zahnbett („Parodontitis“) oder eine Zahn-Extraktion mit großer Wunde. Die genannten Erkrankungen und Prozesse können sich über viele Lebensjahre hinziehen und die Lebensqualität erheblich beeinflussen – nicht zuletzt auch durch gestörte gesunde Ernährung aufgrund der Kauprobleme. Obwohl es auf den ersten Blick widersinnig erscheint, in eine solche Knochensituation ein Zahn-Implanat zu setzen, kann dies bei genauerer Betrachtung entlastend sein. Probleme wie eine drückende Prothese entfallen als „Trigger“ zu weiteren Knochenstörungen. Zudem können die Patienten wieder leichter essen und diesen Teil ihres Alltags genießen. Zum Thema Knochenstoffwechselstörung und Implantate hat jetzt federführend die wissenschaftliche Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI) mit weiteren 18 Fachgesellschaften und Organisationen eine entsprechende Leitlinie überarbeitet, die einerseits deutlich macht, dass Zahnimplantate zu einer Verbesserung der Lebensqualität bei den betroffenen Patienten führen können, dass vor chirurgischen Eingriffen eventuell vorhandene Entzündungen im Mund ausheilen sollen und insgesamt der Einzelfall zu beachten ist, ob implantiert wird oder nicht. Für die wenigen, aber stark betroffenen Patienten bietet die neue Leitlinie ein Fenster für bessere Versorgung und Chancen auf mehr Lebensqualität.



https://www.dginet.de/patientennews/implantate-was-tun-bei-knochen-stoffwechselstoerung/