Parodontitis: weiter Forschungsbedarf
Auch wenn mindestens in den zahnärztlichen Instituten an den Universitäten weltweit eigentlich jedes Detail an Entstehung und Fortgang von Parodontitis (Zahnbettentzündung) bekannt zu sein scheint, gibt es doch immer wieder Momente, wo sich zeigt: Es gibt noch mehr. Beispielsweise weiß die Wissenschaft sehr genau, welche Bakterienfamilien in der Mundhöhle besondere Risikoträger für Zahnbettentzündungen sind, wie diese Bakterienfamilien zusammenleben und auf welchem Weg sie das Mundgewebe schädigen. Allerdings ist der Mund eine Art Biotop, in dem einige tausend unterschiedliche Keimarten zusammenleben und zur Mundgesundheit beitragen – sofern alle im Gleichgewicht bleiben. Viele dieser Bakterienfamilien sind noch gar nicht tiefergehend erforscht. Freiburger Forscher nehmen derzeit dieses Biotop mit neuen technischen Möglichkeiten genauer in den Blick und untersuchen die Bakterienmischung hinsichtlich neuer, noch unbekannter Keimfamilien mit Parodontitis-Risiko-Potential. Da Mundhöhle und Darm ähnliche Bakterienkulturen aufweisen, kommen hier auch Untersuchungsmethoden zum Einsatz, die bereits bei der Darm-Forschung genutzt werden. Dabei steht auch die Frage im Raum, ob und wie sich die Keimzusammensetzung verändert, wenn der Mensch erkrankt. Auslöser der erneuten Betrachtung ist die Entdeckung einer bisher unbekannten Bakterienfamilie in einem Wurzelkanal, was zeige, dass die Wissenschaft längst nicht alles rund um die Mikrobiologie im Körper wisse, so das Forscherteam. Es sei wichtig zu wissen, welche Bakterien uns schützen und welche Krankheiten verursachen.
https://www.dginet.de/patientennews/parodontitis-weiter-forschungsbedarf/