Schlafmangel: Zahnfleisch leidet
Guter Schlaf ist eine in der Praxis oft zu selten genutzte Gesundheitsschutz-Maßnahme: Zwar weiß vermutlich jeder, dass guter Schlaf wichtig ist für einen wachen Geist, für Energie und ein zuverlässiges Immunsystem, aber allzu häufig wird an der Schlafzeit geknapst, wie Studien zeigen, weil andere Angebote interessanter oder wichtiger erscheinen. Während man seinen Energiemangel oft noch beiseite wischen oder übertünchen kann, ist das bei Mundentzündungen nicht mehr so einfach. Viele Studien, so berichtet ein zahnmedizinisches Journal, haben bereits Zusammenhänge von anhaltendem Schlafmangel und Zahnfleisch- sowie Zahnbett-Entzündungen dargestellt. Was genau da im Körper passiert, hat nun eine US-amerikanische Forschergruppe herausgefunden, die sich weniger mit dem örtlichen Mikrobiom, der Keime-Gemeinschaft, befasst hat – sondern mit dem Gehirn. Ein spezifischer Rezeptor, den die Hirnforschung bereits aus der Schmerzwissenschaft kennt, erwies sich als Botschafter zum Mundraum: Vereinfacht gesagt, aktivierte der Schlafmangel spezielle Nervenzellen, diese wiederum andere, die ihrerseits mit dem Immunsystem im Austausch sind und an der erkrankten Stelle im Mund die entzündlichen Signale verstärken. Antientzündliche Prozesse werden dadurch reduziert, Entzündungen forciert. Wie sagte der Autor im Bericht in dem Fachjournal so trefflich: Das Zahnfleisch hat einen äußerst aktiven Draht ins Gehirn. Ob gute oder schlechte Botschaften durch den Draht gehen, entscheidet auch der Schlaf.
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