Zahnschmelz: wie reparieren?
Das härteste Material im Körper ist verwundbar: Zahnschmelz kann Löcher bekommen durch Auflösung seiner kristallinen Struktur, und er kann brechen. Reparieren kann man Schmelzschäden auch heute schon: mit Fremdmaterial, das die Lücke oder das Loch füllt. Das ist gut so – es geht aber noch besser, sagte sich ein Londoner Forscher-Team: Es wäre doch gut, wenn nicht einfach nur etwas Fremdes eingebracht wird, sondern eine Zahnschmelz-ähnliche Struktur wiederersteht. Potential, so die Forscher, hat dabei das Keratin. Keratin ist sowohl beim Menschen als auch beim Tier vielfältig vorhanden, in Haaren, in den Nägeln, im Fell, in Federn, auch in den Vogel-Schnäbeln. Bei der Studie wurde Keratin auf Zahnoberflächen aufgetragen. Im Kontakt mit Speichel kam es dabei zu einer Reaktion, die eine dem Zahnschmelz sehr ähnliche Kristallschicht ergab. Diese neue Schicht wirkte wie ein Schutzwall gegen Belastungen der Zahnnerven. Das Keratin spielt dabei nicht die Rolle eines externen Stoffes, wie Zahnfüllungen oder Fluorid, sondern wird Teil des natürlichen Prozesses: Es ist zudem leicht und auch sehr günstig zu gewinnen, aus Wolle, Haaren oder auch Fell, und könnte die Zahnmedizin als biologisches Material weiterentwickeln. Ob und wie die Erkenntnisse schließlich in Form von Produkten in der Zahnarztpraxis oder im heimischen Badezimmer landen, ist noch offen – der erste Schritt ist aber gemacht. Das Potential ist erkannt.
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