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13.11.2025

Antibiotika: auch Thema in der Zahnmedizin

Wer an Antibiotika-Verbrauch denkt, dem fallen vermutlich schwere und lebensbedrohliche Erkrankungen ein. Was viele nicht wissen: Auch in der Zahnmedizin sind Antibiotika ein fester und wichtiger Bestandteil mancher Behandlungsverfahren. Jedes siebte Antibiotikum-Rezept kommt aus der Zahnarztpraxis. Und deshalb ist das Thema „Antibiotika-Resistenz“ auch fester Bestandteil der zahnärztlichen Fortbildung. Kürzlich hat sich ein Wissenschaftler-Team der Universität Gießen mit genau diesem Aspekt befasst: Was für Medikamente werden eingesetzt, welche bei bekannten beziehungsweise vermuteten Penicillin-Allergien, und wie sieht es aus mit den Resistenzen? Dabei ging es weniger um Zahlen und Verbrauchsentwicklungen, sondern um die grundsätzliche Frage, wie es um Gegenwart und Zukunft der oft überlebenswichtigen Medikamente steht. Schon zuvor hatte eine Forschungsarbeit einer US-Wissenschaftlergruppe gezeigt, dass bei rund 95 Prozent aller Probanden, die angaben, unter einer Penicillin-Allergie zu leiden, überhaupt keine allergischen Reaktionen zu finden waren. Dennoch waren diese hohen Werte Anlass für die groß angelegte Suche nach Alternativen. Zu diesen Entwicklungen gehört das Präparat Clindamycin. Die Gießener Forschergruppe stellte fest, dass Clindamycin in den Zahnarztpraxen sehr häufig eingesetzt wird, in 21 % aller Fälle von Antibiotika-Verordnung, offenbar auch hier aufgrund angegebener Penicillin-Allergien, obwohl es hinsichtlich der Nebenwirkungen und des Resistenzrisikos eher kritisch gesehen wird. Die Gießener Forscher regen an, sowohl die Leitlinien als auch die fachliche Aufklärung zu aktualisieren und damit auch mit dazu beizutragen, dass Antibiotika-Resistenzen eingedämmt werden.



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